Schock-Studie offenbart Ausmaß des Rassismus’ in Deutschland

Rechtes Gedankengut verfängt bis in die Mitte der Gesellschaft, das zeigt eine Studie. Doch Studien zeigen auch, wie wir rechtes Gedankengut wieder stoppen können.

Ein Fünftel der Menschen in Deutschland hat ein geschlossenes rechtspopulistisches Weltbild –

Zu dieser HORROR-Erkenntnis kommt eine aktuelle Studie, das “Demokratie-Monitoring” der Universität Hohenheim. Der Studie liegt eine repräsentative Befragung zugrunde, über 4.000 Menschen haben sich daran beteiligt.

Und die Ergebnisse haben es weiter in sich: Sogar jede*r dritte*r Deutsche*r ist für rechtspopulistisches Gedankengut anfällig.

Verschwörungstheorien bis in die Mitte der Gesellschaft

Gut ein Viertel der Befragten sprach zudem sogar von “geheimen Mächten”, von denen die Politik “gesteuert” werde. Eindeutig antisemitisch.

Ebenfalls ein Viertel der Bevölkerung wirft den Regierenden vor, “das Volk” zu “betrügen”. Ein beängstigender Wert in einer Demokratie…

Heißt: Rassismus, Queerfeindlichkeit und Verschwörungstheorien verfangen bis tief in die Mitte unserer Gesellschaft!

Aber wenig überraschend: Ein rechtspopulistisches Weltbild besteht laut der Studie insbesondere bei Anhänger*innen der AfD. Besonders betroffen sind darüber hinaus 45- bis 59-Jährige, Menschen mit niedriger formaler Bildung sowie Ostdeutsche. 

Ernüchterndes Fazit der Forscher*innen: Je ausgeprägter ein rechtspopulistisches Weltbild, umso größer sei auch die Unzufriedenheit mit dem Funktionieren der Demokratie. Heißt: Die Stabilität der Demokratie in Deutschland ist bedroht.

Studien zeigen: Sozialpolitik ist das beste Mittel gegen Rechts

Was gegen rechte Überzeugungen hilft, zeigen auch Studien. Spoiler: Ein Rechtsruck bei der Migrationspolitik oder Kürzungen bei Sozialleistungen sind es nicht.

Im Gegenteil: Das zeigt zum Beispiel die Studie des “International Food Policy Research Institute” der renommierten Berkeley-Universität in Kalifornien. Denn deren Ergebnisse sind eindeutig: Je stärker sich Bürger*innen von Einkommensungleichheit betroffen fühlen, desto weniger vertrauen sie ihrer Regierung und desto weniger unterstützen sie demokratische Institutionen.

Heißt: Haben Menschen das Gefühl, sie erhalten bislang weniger Geld als ihnen zusteht und erhöht der Staat dann die Sozialleistungen für alle Bürger*innen, werden sie zufriedener. Konsequenz: Weniger Stimmen für rechtsradikale Parteien.

Auch Forscher*innen der weltweit bekannten und anerkannten Harvard-Universität haben bereits den Zusammenhang zwischen Sozialprogrammen und Wahlverhalten erforscht. Ihr Ergebnis: Populistische Parteien schneiden dort schlechter ab, wo DAUERHAFT mehr für soziale Unterstützung ausgegeben wird und Ausgaben nicht gesenkt wurden.

Eine Studie von Forscher*innen der Universitäten Oxford, Mannheim und Zürich zeigt darüber hinaus, wie steigende lokale Mietpreise die Unterstützung für rechtsradikale Parteien steigen lässt: WENN MIETEN STEIGEN, WÄHLEN MEHR MENSCHEN AfD!

Rechtsruck ist kein Naturgesetz

DAS – und mehr Investitionen in Bildung – braucht es also, um unsere Demokratie widerstandsfähig gegen rechte Attacken und Fake News zu machen.

Das wären Investitionen, die sich für wirklich für ALLE lohnen. Denn eine stabile Demokratie ist das höchste Gut, das wir alle haben.


Geschrieben von: Jan Bühlbecker

Jan Bühlbecker

Jan Bühlbecker ist Teil der Revolte, Vorsitzender unseres Trägervereins und schreibt regelmäßig für unser rebellisches Magazin. Er wohnt die Hälfte der Zeit in Bochum und die andere auf Twitter (@jan_buehlbecker), Instagram (@buehlbecker), Facebook (@buehlbecker) und TikTok (@benutzername_jan). Hier ist er laut für Feminismus, Antifaschismus und Solidarität.