Sie nennt ihn “Niederlage” – Weidels unfassbare Worte zum Tag der Befreiung

Deutschland ist vom Nazi-Faschismus befreit worden. Und das war ein unglaublicher Gewinn für uns alle.

Das war einmal Konsens in Deutschland. Doch jetzt legt die AfD die Axt an unsere Geschichtsaufarbeitung.

Keine Befreiung? Weidel spricht von Niederlage

Deren Vorsitzende, Alice Weidel, wurde am Sonntag im ARD-Sommerinterview gefragt, warum sie nicht an der Gedenkveranstaltung zum Weltkriegsende in der russischen Botschaft teilgenommen habe. Ihr Co-Vorsitzender Tino Chrupalla und der AfD- “Ehren”vorsitzende Alexander Gauland waren da.

Doch Weidel antwortete nicht, weil das Putin-Regime die Veranstaltung zur Terror-Propaganda missbraucht, was ja immerhin ein ehrbarer Grund gewesen wäre, da nicht hinzugehen. Sie schwafelte stattdessen von einer “persönlichen Entscheidung”, nicht die “Niederlage des eigenen Landes” feiern zu wollen.

Die Niederlage des eigenen Landes? Mir wird schlecht.

Wer den 8. Mai immer noch als Niederlage begreift, relativiert damit seine wahre Bedeutung für Deutschland und Europa. Die Niederlage des Hitler-Regimes, der schlimmsten Diktatur aller Zeiten, die mit der Shoah auch das größte Menschheitsverbrechen verantwortet, war ein Glücksfall.

Mag sein, dass das nicht alle sofort begriffen haben. Aber das ist vor allem eins: schwach von denjenigen.

Die Befreiung war ein Glücksfall, für Deutschland und Europa

Die Deutschen wollten vielleicht nicht befreit werden, trotzdem wurden sie es. Dafür sind wir den Alliierten zu recht dauerhaft dankbar. Alle Deutschen haben durch die Befreiung gewonnen: Persönliche Freiheiten, ein Leben in Frieden und Sicherheit, aber – vor allem! – ein Leben, ohne Täter*in im Geiste des Nazi-Faschismus werden beziehungsweise bleiben zu müssen.

Einen größeren Sieg kann es nicht geben!

Dass Alice Weidel das anders sieht, sagt viel über ihre politische Gesinnung aus. Allein schon, dass sich eine Frau, die 35 Jahre nach dem Ende des Nazi-Faschismus geboren wurde, offenbar noch mit den Hitler-Truppen identifizieren kann, ist erschreckend. Kein Wunder, dass sich Alice Weidel ihr Parteibuch mit Björn Höcke, einem waschechten Neonazi, teilt.

Oder um es mit einem der bekanntesten Nachkriegsautoren Deutschlands, Heinrich Böll, zu sagen: “Ihr werdet die Deutschen immer wieder daran erkennen können, ob sie den 8. Mai als Tag der Niederlage oder der Befreiung bezeichnen.”

Alice Weidel hat ihre Gesinnung zu erkennen gegeben.

Sie ist die mächtigste Frau in der AfD.

Und auch wenn ich mich wiederhole: Es ist höchste Zeit für ein AfD-Verbot.

JETZT!


Geschrieben von: Jan Bühlbecker

Jan Bühlbecker

Jan Bühlbecker ist Teil der Revolte, Vorsitzender unseres Trägervereins und schreibt regelmäßig für unser rebellisches Magazin. Er wohnt die Hälfte der Zeit in Bochum und die andere auf Twitter (@jan_buehlbecker), Instagram (@buehlbecker), Facebook (@buehlbecker) und TikTok (@benutzername_jan). Hier ist er laut für Feminismus, Antifaschismus und Solidarität.